Die HfG auf der Photokina

White Cube vs. QEK Aero
Halle 1, Academy meets photokina

Täglich wechselnde Einzelpräsentationen von ausgewählten Studenten der Fotografieklasse Prof. Martin Liebscher in einer Raum im Raum Installation. Die Ausstellungen finden in einem kleinen QEK-Aero Wohnwagen statt. Der kleine 1986er DDR Wohnwagen wird von der Fotografieklasse der HfG seit Mitte 2009 als Labor für fotografische Projekte genutzt. Camera Obscura, Treffpunkt, Ausstellungsraum, Mensa, rollendes Fotolabor, Reisemobil, Bar, Kino, Projekttionsfläche. Erprobt in verschiedenen Ausstellungen als minimales Gebäude und transportabler Ausstellungsraum wird das rollende Eigenheim nun auf der Photokina als Messestand dienen.


Di, 21.9.
Patrick Raddatz
Forst
Leuchtende Bilder, Nebel im Wohnwagen. Im Foto-Wohnwagen der Klasse Liebscher inszeniert Patrick Raddatz ein Leuchtbildszenario, das später seinen Weg auf einen 4x5" Diafilm finden wird. Aussen zu sehen ist ein fertiges Leuchtbild aus der Serie mit dem Arbeitstitel 'Forst', an welcher der Fotografie-Student der Hochschule für Gestaltung derzeit arbeitet.

Mi 22.9.
Karolin Back
How many times. For how long. Why?
Eine Diainstallation aus 80 unterschiedlichen Bildern.
Zu sehen sind die Anfänge von Filmstreifen.
Dias mit den Nummern 00, 00A, 01.
Erste nicht bewusst gemachte Belichtungen auf dem Film.
Abstrakte Farbflächen, Verläufe, unscharfe Momente und Abrisse.
Bilder die jeder kennt, und die dabei sind aus unseren Sehgewohnheiten zu verschwinden.

Do, 23.9.
Ornella Fieres
IM LICHT
Infrarotfotografie ist das Fotografieren eines unsichtbaren Lichts. Das fotografische Festhalten einer Welt, die für das menschliche Auge unempfindlich ist.
Wie die Fotografen der Geisterfotografie des 19. und 20. Jahrhunderts, versuche ich etwas sichtbar zu machen, das wir nicht wahrnehmen, das aber trotzdem da ist.
Die jungen Frauen auf den Bildern befinden sich in dem Augenblick des Fotografierens in einer Welt des Unsichtbaren. In diesem Moment geben sie etwas von sich preis. Sie zeigen sich in einem Licht, in dem sie weder sich selbst noch jemand anderes, bisher gesehen hat.

Oliver Dignal
Fotografien von Baustellenverkleidungen, die Baugerüste an Gebäuden verstecken und gleichzeitig durch ihre Bedruckung vortäuschen, dass wir die Originalfassade sehen. Erst auf den zweiten Blick legen Oliver Dignals Bilder bloß, dass es sich hier um temporäre Scheinfassaden, um Retusche im Stadtbild, um ein vermeintliches Verbessern der Realität handelt, dies wird an der Bruchstelle deutlich, wo echtes und falsches zusammen kommen. Seine Arbeiten sind dabei nicht nur mit richtigem Blick wohl komponiert, sondern auch technisch und in der Präsentation souverän. Fast malerisch wirkt sein Ausschnitt, es ist genau getroffen und drängt sich dennoch nicht auf.

Fr. 24.9.
Florian Albrecht-Schoeck
LOST (121 Seiten Fotobuch)
Nicht nur ich selbst fühlte mich verloren, während der zwei Monate, in denen ich mit meiner Kamera und mit meinem Rucksack durch Ost-Asien reiste. Auch jene Eindrücke, die ich sammelte und jene Dinge, die ich fotografierte, wirkten verloren. Verloren in einer globalisierten Welt, in der wir – bei allen kulturellen Unterschieden – dennoch die gleichen Sorgen, Wünsche und Hoffnungen teilen.

HEIMAT(121 Seiten Fotobuch)
Vor circa drei Jahren habe ich im Rahmen meines Studiums an der HfG Offenbach begonnen, eine Erklärung zu suchen zu, was „Heimat“ bedeutet. Dafür reiste ich quer durch Deutschland, Polen, Portugal, Belgien, Frankreich.Ich fotografierte ausschließlich analog auf Schwarz/Weiss-Mittelformat Film, mit einer ilmentwicklung vollziehe ich in den meisten Fällen direkt auf meinen Reisen unter meinem Schlafsack. Der dadurch entstandene Dreck und die Kratzer auf den Negativen gehören für mich zu den Fotos dazu wie die Motive selbst. Denn sauber ist unsere Welt auch nicht!

MITTELSCHICHT(127 Seiten Fotobuch)
Eine Arbeit über unser Gesellschaftliches sein!

Sa, 25.9.
Thomas Weyand
In no particular order"
Alle Fotodateien die sich auf meinem Computer befinden wurden ausbelichtet.
Das Format 10x15 cm wurde gewählt weil es die "klassische" Größe ist in der wir, abseits vom Kunstkontext, Fotografien betrachten.
Durch die Übersetzung der digitalen Daten irl (in real life) ergeben sich mehrere Ebenen.
Einerseits wird klar, dass die schier unglaubliche Menge an Daten die wir auf unseren Festplatten haben auch in nicht digitaler Form ein kaum zu überschauende, sortierbare oder in irgendeiner anderen Form in Reihenfolge zu bringende ist. Auf der anderen Seite kommen Dateien zum Vorschein die nicht wissentlich, z.B. über den Zwischenspeicher des Internetbrowers, gespeichert wurden. Zusammen mit den selbstaufgenommen Fotos und den bewusst gespeichert Bildern ergibt das eine Einteilung im freudschen Sinne in das Es, das Ich und das Über-Ich.
Die Arbeit wurde bewusst für eine Ausstellung im Wohnwagen konzipiert, sie macht ihn zu einer begehbaren Festplatte.

Jan Nelles
Dorians Venice
Die Bilderreihe entstand im Herbst 2009 in Venedig. Lange vor dieser Reise entdeckte ich auf dem Dachboden meiner Grossmutter ein Souvenir einer Venedigreise aus den 30er Jahren. Dies bestand aus einer kleinen Mappe mit Fotografien von Sehenswürdigkeiten und Panoramen Venedigs. Die Mappe war bedruckt mit den Worten "VENEZIA - VERE FOTOGRAFIE", also Venedig - wahre/echte Fotografie. 
Auf meinen Streifzügen durch die Stadt Venedig besuchte ich die abgebildeten Orte und suchte den Standpunkt des Fotografen nachzuvollziehen. Die "wahren Fotografien" gaben mir Gewissheit darüber, dass genau an dieser Stelle vor mehr als 50 Jahren eine Plattenkamera aufgebaut stand und ich drückte ebenfalls ab.

So, 26.9.
Carina Böhler, Felix Kosok, Marc Krause, Nicolas Ritter, Marcus Lüttgau, Oliver Rossol, Ilka Schoen, Andreas Thürck, Nastasja Zecevic, Florian Albrecht-Schoeck, Malte Sänger, Matthias Lawetzky, Mattis Kuhn, Merlin Flügel, Pascal Breitenbach, Robin Klussmann, Rudi Weißbeck, Urs Daun, Veruschka Bohn

Stage Photography


Die zeitgemäße Fotografie des Rock ’n’ Roll bedeutet nicht, sein Handy auf eine Bühne zu richten, um anschließend mit den mangelhaften Bildern das Internet zu überfluten. Dies bewiesen vom 13. bis 19. Juli zehn Studierende im Lehrgebiete Fotografie der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach auf dem legendären Burg Herzberg Festival im nordhessischen Alsfeld.

Ohne Berührungsängste und mit großem technischen Können näherten sich die Studierenden Rockgrößen wie Jeff Beck, Roger Chapman, der Space-Rock-Legende Hawkwind oder den Krautrock-Veteranen Nektar bis auf wenige Zentimeter auf der Bühne oder im Backstage-Bereich. Vor oder nach den Shows gab es zusätzliche Inszenierungen mit den Bands in einem mobilen Zeltfotostudio der HfG.

Dabei geriet der Besuch der englischen Post-Punk Kultband New Model Army um den Frontmann Justin Sullivan im Zelt sicherlich zum Höhepunkt des einwöchigen Finales des Kurses „Stage Photography“, der unter Leitung von Clemens Mitscher in diesem Sommersemester erstmals stattfand.